Die ehem. Benediktinerpropstei St. Getreu besteht aus der Propsteikirche, dem Propsteibau und den neueren Anstaltsgebäuden der Nervenklinik, dem sog. „Pavillon für Frauen“ und der ehem. Wäscherei mit Festsaal sowie der Einfriedung gegen Osten. Die nach Ostnordost ausgerichtete Kirche ist ein verputzter, viergliedriger, turmloser barocker Massivbau mit einer schlichten toskanischen Pilastergliederung, der (von li. nach re.) aus der Sepultur, dem Langhaus, dem Presbyterium und dem Chorbau besteht. Im Dach des Chors befindet sich der Glockendachreiter mit Zwiebelhaube. Im Osten ist der Kirche der Propsteibau quer vorgelegt, der seine Ostfassade als Schaufront auf das Mutterkloster St. Michael ausrichtet (Justus Heinrich Dientzenhofer). Dieser ist ein über hohem Sockel errichteter zweigeschossiger Sandsteinquaderbau mit Mansardwalmdach, der eine schlicht gegliederte Barockfassade mit Mittelrisalit aufweist. Zwischen 1738-40 wurde er zu beiden Seiten verlängert. Der Pavillon für Frauen ist ein zweigeschossiger, verputzter Walmdachbau, der sich über einem hohen, geböschten Sockelgeschoss aus Sandsteinquadern erhebt. Die Dampfwäscherei mit dem darüber liegenden Festsaal ist ein verputzter Walmdachbau mit rechteckigen Fenstern in Werksteinfassungen, der von Stadtbaurat Wilhelm Schmitz stammt. Die Einfriedung des an den Propsteibau anschließenden Gartens (an der St.-Getreu-Straße), ist ebenfalls Bestandteil des Denkmals. Vor der Gartenmauer steht eine sog. „Brotmarter“, eine kleine romanische Bündelsäule des 12. Jahrhunderts mit einem muschelbekrönten Bildhäuschen, einer Kopie (1953) des Tabernakels des 17. Jahrhunderts (Foto 3). Im Kirchhof befindet sich eine Säule mit kreuztragendem Christus.
Im Spätmittelalter erscheint St. Getreu als „Doppelheiligtum“, das aus zwei Kapellen bestand und auch in den Abbildungen der Zeit so dargestellt wird: Der gegen Ende des 15. Jahrhunderts ersetzten „Marienkapelle“ und der im 17. Jahrhundert abgebrochenen „Fideskapelle“. Insbesondere für die Passionsandacht waren diese Kapellen von enormer Bedeutung und wurden als Zentrum der Heilig-Grab-Verehrung auch zum Endpunkt des Bamberger Kreuzweges, den Heinrich Marschalk von Rauheneck um 1500 stiftete. Dieser wird ebenfalls als Denkmal geführt und ist direkt an der St.-Getreu-Straße sowohl sicht- als auch anklickbar.