Der Alte Ebracher Hof ist ein breitgelagerter, giebelständiger und dreigeschossiger, dem Domberg zugewandter Satteldachbau mit frühbarocker Gliederung und dreigeschossigen, zu den Giebelseiten vorgeblendeten Volutengiebeln. Die Gliederungen und Rahmungen sind aus Sandstein, die Wandflächen verputzt. An den Gebäudekanten finden sich Eckquaderungen, eine Geschossteilung erfolgt durch kräftig ausgeprägte Gesimse. Die beiden Volutengiebel werden durch kräftig profilierte Gesimse geteilt und durch genutete Lisenen gegliedert. Die oberen Abschlüsse der Voluten des jeweils unteren Giebelgeschosses sind als Eselsköpfe ausgebildet, was auf den ehemaligen Hausnamen anspielt. Das heutige Erscheinungsbild des Alten Ebracher Hofs wird wesentlich durch eine im Jahr 1980 nach bauzeitlichen Originalbefunden vorgenommene Fugenbemalung bestimmt: Der Grund ist von kräftigem Ocker, auf den sich ein weißes Fugennetz legt.
Die Geschichte des Zisterzienserklosters Ebrach in Bamberg reicht bis in das 12. Jahrhundert zurück. Zu dieser Zeit musste sich das Kloster einen Hof mit den Zisterzen Langheim und Heilsbronn am Jakobstor teilen. Aufgrund der Blüte von Handel und Geschäften war der Bedarf an einer eigenen städtischen Niederlassung in verkehrsgünstiger Lage gewachsen, womit sich der Erwerb eines ersten eigenen Grundstücks zwischen 1200 und 1213 gegenüber der Oberen Pfarre, dem heutigen Unteren Kaulberg 4 („Neuer Ebracher Hof“) erklärt. Das Zisterzienserkloster Ebrach vermehrte seinen Besitz allmählich durch den Erwerb weiterer Grundstücke: Etwa nach 1527 erwarb dieses noch ein bergwärts benachbartes Anwesen von Unterer Kaulberg 4 und erkaufte 1547 das Grundstück Vorderer Bach 5 mit dem Haus der Eseler, das später mit dem „Alten Ebracher Hof“ bebaut wurde. 1614/15 kam schließlich noch das Pfründhaus Beatae Mariae Virginis hinzu, das ebenfalls am Vorderen Bach gelegen war.